Institutionen der Emilia-Romagna erleben die Zukunft des nachhaltigen Güterkraftverkehrs in Bologna hautnah
Bologna, XX. Juli 2026 – Gruber Logistics empfing an seinem Standort im Interporto Bologna Vertreter der Region Emilia-Romagna, der Stadt Bologna und wichtige Akteure des Logistiksektors anlässlich des Starts der sechsmonatigen Straßenerprobung des batterieelektrischen Lkw-Prototyps, der im Rahmen des europäischen Projekts EMPOWER entwickelt wurde. Finanziert durch das EU-Programm Horizon Europe, stellt EMPOWER eine der ehrgeizigsten europäischen Initiativen zur Dekarbonisierung des schweren Straßengüterverkehrs dar.
Während des Besuchs konnte die Delegation das Fahrzeug im Einsatz besichtigen, an einer Testfahrt teilnehmen und sich über die technologischen Innovationen des Prototyps sowie dessen Einsatzmöglichkeiten in der Region Emilia-Romagna informieren. Die Initiative bot eine wichtige Plattform für den Austausch zwischen technologischer Innovation und regionalen Strategien für nachhaltige Mobilität und brachte den Institutionen die konkreten Herausforderungen des Übergangs zu einem emissionsfreien Güterverkehr näher.
Die im Juli 2026 gestartete Testphase läuft bis zum Jahresende und ermöglicht den Projektpartnern, sowohl das Fahrzeug als auch die für seinen Betrieb erforderliche Ladeinfrastruktur unter realen Betriebsbedingungen zu validieren.
An der Veranstaltung nahmen Irene Priolo, Landesrätin für Umwelt, Raumordnung, Mobilität, Verkehr und Infrastruktur der Region Emilia-Romagna; Michele Campaniello, Stadtrat für Neue Mobilität, Infrastruktur, ÖPNV, Tempo 30 und Verkehrssicherheit der Stadt Bologna; Andrea Babbi, Präsident der Fondazione Istituto sui Trasporti e la Logistica (ITL); Andrea Bardi, Generaldirektor von ITL; Stefano Caliandro, Präsident des Interporto Bologna; und Giuseppe Dall’Asta, Geschäftsführer des Interporto Bologna, teil.
Die Emilia-Romagna als Testfeld für die Transporttechnologien der Zukunft
Unter der Koordination des Austrian Institute of Technology (AIT) vereint das Projekt EMPOWER führende Partner aus Industrie, Logistik und Forschung – darunter IVECO, Gruber Logistics und zahlreiche europäische Organisationen – mit dem Ziel, hocheffiziente, modulare Lösungen auf Basis von Batterie- und Wasserstoffantrieben für den Fernverkehr zu entwickeln und zu validieren.
Im Rahmen des Projekts verantwortet Gruber Logistics den Praxiseinsatz des ersten elektrischen Prototyps in der Emilia-Romagna. Neben der Leistungsbewertung analysiert die Demonstration alle für die Markteinführung dieser Technologie relevanten Aspekte, einschließlich der Ladeinfrastruktur, der betrieblichen Planung und der regulatorischen Rahmenbedingungen.
Der im Rahmen des EMPOWER-Projekts entwickelte Prototyp kombiniert die elektrische Plattform von IVECO mit der operativen Kompetenz von Gruber Logistics. Das Fahrzeug wurde speziell für den Wechselbrückenverkehr konzipiert und verfügt über ein Spezialfahrgestell, das die Batterien und wesentlichen elektrischen Komponenten schützt und gleichzeitig die Flexibilität gewährleistet, die moderne Logistikabläufe erfordern.

Eines der innovativsten Elemente des Pilotprojekts in Bologna betrifft den betrieblichen Kontext, in dem das Fahrzeug eingesetzt wird. Im Gegensatz zu den meisten derzeit im Einsatz befindlichen E-Lkw, die in der Regel auf festen Routen im Komplettladungsverkehr (Full Truck Load – FTL) verkehren, wird der Prototyp in das Less-than-Truckload-Netzwerk (LTL) von GRUBER Logistics integriert. Bei diesem Logistikmodell werden Sendungen verschiedener Kunden an einem Cross-Docking-Terminal konsolidiert, sortiert und an ihre jeweiligen Zielorte verteilt. Der Feldtest ermöglicht es, konkrete Daten über die Integration emissionsfreier Schwerlastfahrzeuge in komplexe Logistikabläufe zu sammeln und gleichzeitig hohe Servicestandards sowie betriebliche Effizienz zu gewährleisten.
Marco Chiffi, Branch Manager von GRUBER Logistics Bologna, erklärte:
„Der regionale Kontext der Metropolregion Bologna stellt eine der komplexesten Herausforderungen für die Reduzierung der Emissionen im Güterverkehr dar. Dieser Feldtest ermöglicht es uns, die betriebliche Leistungsfähigkeit der neuen Technologien in der Praxis zu bewerten und ihren Beitrag zu unserer langfristigen Dekarbonisierungsstrategie zu verstehen. Wir sind stolz darauf, diesen Prototyp genau hier in Bologna testen zu können und einen konkreten Beitrag zur Entwicklung eines nachhaltigen Güterverkehrs der Zukunft zu leisten.“
Der Prototyp bietet eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern in der Konfiguration mit fünf Batterien und bis zu 400 Kilometern mit sieben Batterien. Zudem ist er – vorbehaltlich der Verfügbarkeit der Infrastruktur – für das High-Power-Schnellladen mit bis zu 350 kW ausgelegt.
Neben dem Fahrzeug spielt auch die Ladeinfrastruktur eine zentrale Rolle. Am Standort Bologna hat GRUBER Logistics eine mobile 44-kW-Ladestation installiert, die für das Laden über Nacht zwischen den Betriebsschichten vorgesehen ist und die bereits vorhandene öffentliche Ladeinfrastruktur im Interporto Bologna ergänzt. Das Zusammenspiel dieser Lösungen ermöglicht es den Projektpartnern zu untersuchen, wie schwere E-Nutzfahrzeuge zuverlässig in den logistischen Alltag integriert werden können, und liefert wertvolle Erkenntnisse für einen künftigen flächendeckenden Einsatz.
Wenn Sie mehr über das Projekt EMPOWER erfahren möchten, finden Sie hier weitere Informationen.
Bologna als europäisches Labor für nachhaltige Logistik
Im Rahmen der Veranstaltung wurde zudem die zunehmend zentrale Rolle Bolognas als europäisches Labor für die Erprobung neuer nachhaltiger Logistiklösungen hervorgehoben – unter anderem durch weitere von der Europäischen Union finanzierte Forschungsprojekte, an denen GRUBER Logistics beteiligt ist. Dazu gehört SHIFT2ZERO, eine Horizon-Europe-Initiative, die ein innovatives städtisches Logistikmodell auf Basis eines Umschlags-Hubs in Bologna und des Einsatzes neuer elektrischer Kühlfahrzeuge für die Zustellung auf der letzten Meile testen wird. Damit wird die Rolle der Stadt als europäischer Referenzpunkt für emissionsfreie Logistik weiter gestärkt.
Zusammenarbeit als Motor der Transformation
Die Veranstaltung bot zudem eine wichtige Gelegenheit zum Austausch über die größten noch offenen Herausforderungen für die großflächige Einführung des emissionsfreien Güterverkehrs, darunter der Ausbau der Ladeinfrastruktur, die Weiterentwicklung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Anpassung der Logistikmodelle.
Durch die Beteiligung an führenden europäischen Forschungs- und Innovationsprojekten arbeitet GRUBER Logistics weiterhin mit Institutionen, Industriepartnern und Forschungseinrichtungen zusammen, um technologische Innovationen in konkrete Lösungen umzusetzen und so dazu beizutragen, die Rolle Bolognas als strategischer europäischer Hub für die Zukunft des nachhaltigen Güterverkehrs zu stärken.
