Logistik wirkt wie ein einfaches, fast intuitives Wort, doch in Wirklichkeit verbirgt sich dahinter eine überraschende Komplexität. Oft wird es als Synonym für Transport verwendet, manchmal lediglich für Lagerverwaltung, und in anderen Fällen als Sammelbegriff für alles, was mit dem Warenfluss zu tun hat. Das Ergebnis? Dasselbe Wort bekommt unterschiedliche Bedeutungen, was selbst unter Fachleuten zu Verwirrung führt und den Eindruck erweckt, Logistik sei einfacher, als sie tatsächlich ist.
Um Klarheit zu schaffen, lohnt sich ein Blick auf theoretische Definitionen. Eine der bekanntesten stammt vom Council of Supply Chain Management Professionals, das Logistik wie folgt definiert: „Der Prozess der Planung, Umsetzung und Kontrolle von Verfahren für den effizienten und effektiven Transport und die Lagerung von Gütern – einschließlich Dienstleistungen und zugehöriger Informationen – vom Ursprungsort bis zum Verbrauchsort, mit dem Ziel, die Anforderungen des Kunden zu erfüllen“ (CSCMP Glossary, 2013). In diesem weiten Sinne umfasst Logistik den gesamten physischen und informatorischen Warenfluss: Beschaffung von Rohstoffen und Halbfertigprodukten, interne und externe Bewegungen, Lagerhaltung, Distribution und Transport. Transport ist somit ein Bestandteil der Logistik, aber nicht die Logistik als Ganzes.
Neben dieser umfassenden Definition gibt es eine engere, stärker operative Bedeutung, wie sie typisch für die Welt der 3PL-Dienstleister (Third Party Logistics Providers) und die Praxis bei Gruber Logistics ist. In diesem Kontext bezieht sich Logistik vor allem auf Kontraktlogistik, also die Übernahme operativer Logistikprozesse im Auftrag des Kunden – mit einem starken Fokus auf Lagerverwaltung: Einlagerung, Handling, Kommissionierung, Bestandsmanagement und die zugehörigen Informationsflüsse. In diesem engeren Sinn ist Transport nicht zwingend eingeschlossen: Das Lager kann Warenströme bedienen, die von verschiedenen Transportdienstleistern abgewickelt werden, und der Kunde kann Spediteure nutzen, die nicht zwingend zu Gruber Logistics gehören.
Zusammengefasst lässt sich Logistik auf zwei Hauptarten verstehen: einerseits im weiten Sinne als koordinierter Verbund von Aktivitäten, einschließlich Transport vom Ursprung bis zum Verbrauchsort; andererseits im engen Sinne als Drittlogistikdienstleistung, die sich hauptsächlich auf Lager- und operative Flusssteuerung für den Kunden konzentriert. Diese Unterscheidung zu verstehen, ist entscheidend, um Rollen, Verantwortlichkeiten und Kompetenzen im Logistik- und Transportsektor richtig einzuordnen.
Von nun an gilt: Wenn Sie das Wort Logistik hören, denken Sie daran, dass die Dinge komplexer sind, als sie auf den ersten Blick erscheinen. Das Ziel dieser Unterscheidung ist klar: Ordnung zu schaffen, Begriffe zu klären und einen soliden Rahmen zu bieten, um Rollen, Verantwortlichkeiten und Entwicklungen in der Welt der Logistik und des Gütertransports besser zu verstehen.





