
Bologna, 23. Juli 2026 – Gruber Logistics begrüßte an seinem Standort im Interporto Bologna Vertreter der Region Emilia-Romagna, der Stadt Bologna sowie führende Akteure der Logistikbranche zum Start des sechsmonatigen Straßentests des batterieelektrischen Lkw-Prototyps, der im Rahmen des europäischen Projekts EMPOWER entwickelt wurde. Das durch das EU-Programm Horizon Europe finanzierte Projekt EMPOWER zählt zu den ambitioniertesten europäischen Initiativen zur Dekarbonisierung des schweren Straßengüterverkehrs.
Während des Besuchs konnte die Delegation das Fahrzeug im praktischen Einsatz erleben, an einer Testfahrt teilnehmen und sich über die technologischen Innovationen des Prototyps sowie dessen geplanten Einsatz in der Region Emilia-Romagna informieren. Die Veranstaltung bot eine wichtige Plattform für den Austausch zwischen technologischer Innovation und den regionalen Strategien für nachhaltige Mobilität und brachte politische Entscheidungsträger näher an die konkreten Herausforderungen des Übergangs zu einem emissionsfreien Güterverkehr heran.
Der im Juli 2026 gestartete Test läuft bis Ende des Jahres und ermöglicht den Projektpartnern, sowohl das Fahrzeug als auch die für seinen Betrieb erforderliche Ladeinfrastruktur unter realen Einsatzbedingungen zu validieren.
An der Veranstaltung nahmen Irene Priolo, Regionalministerin für Umwelt, Raumplanung, Mobilität, Verkehr und Infrastruktur der Region Emilia-Romagna, Michele Campaniello, Stadtrat für Neue Mobilität, Infrastruktur, öffentlichen Nahverkehr, „Città 30“ und Verkehrssicherheit der Stadt Bologna, Andrea Babbi, Präsident der Stiftung Institut für Verkehr und Logistik (ITL), Andrea Bardi, Generaldirektor des ITL, Stefano Caliandro, Präsident von Interporto Bologna, sowie Giuseppe Dall’Asta, Geschäftsführer von Interporto Bologna, teil.
Emilia-Romagna als Testfeld für die Transporttechnologien der Zukunft
Das vom Austrian Institute of Technology (AIT) koordinierte Projekt EMPOWER vereint führende Industrie-, Logistik- und Forschungspartner – darunter IVECO, Gruber Logistics und zahlreiche weitere europäische Organisationen – mit dem Ziel, hocheffiziente modulare Lösungen für den Langstreckengüterverkehr auf Basis batterieelektrischer und wasserstoffbetriebener Antriebssysteme zu entwickeln und zu validieren.
Im Rahmen des Projekts ist Gruber Logistics für die Tests des ersten elektrischen Lkw-Prototyps unter realen Einsatzbedingungen in der Emilia-Romagna verantwortlich. Neben der Bewertung der Fahrzeugleistung werden auch alle Voraussetzungen für den breiten Einsatz dieser Technologie untersucht, darunter die Ladeinfrastruktur, die operative Planung und regulatorische Rahmenbedingungen.
Der im Rahmen von EMPOWER entwickelte Prototyp kombiniert die elektrische Plattform von IVECO mit der operativen Erfahrung von Gruber Logistics. Das Fahrzeug wurde speziell für den Transport von Wechselbehältern konzipiert und verfügt über ein eigens entwickeltes Fahrgestell, das die Batterien und die wichtigsten elektrischen Komponenten schützt und gleichzeitig die für moderne Logistikprozesse erforderliche Flexibilität gewährleistet.
Ein besonders innovativer Aspekt der Erprobung in Bologna ist das Einsatzszenario des Fahrzeugs. Anders als die meisten derzeit eingesetzten Elektro-Lkw, die überwiegend auf festen Routen im Full-Truckload-Verkehr (FTL) eingesetzt werden, wird der Prototyp in das Less-than-Truckload-Netzwerk (LTL) von Gruber Logistics integriert. In diesem Logistikmodell werden Sendungen verschiedener Kunden an einem Cross-Docking-Terminal gebündelt, anschließend sortiert und an ihre jeweiligen Zielorte verteilt. Der Test liefert wertvolle Daten darüber, wie sich emissionsfreie schwere Nutzfahrzeuge in komplexe Logistikprozesse integrieren lassen, ohne dabei die hohe Servicequalität und operative Effizienz zu beeinträchtigen.
Marco Chiffi, Branch Manager von Gruber Logistics Bologna, erklärte:
„Der Großraum Bologna gehört zu den anspruchsvollsten Regionen, wenn es um die Reduzierung der Emissionen im Güterverkehr geht. Diese Tests ermöglichen es uns, die Leistungsfähigkeit neuer Technologien unter realen Bedingungen zu bewerten und ihren Beitrag zu unserer langfristigen Dekarbonisierungsstrategie zu verstehen. Wir sind stolz darauf, diesen Prototyp gerade in Bologna testen zu können und damit einen konkreten Beitrag zur Entwicklung des nachhaltigen Güterverkehrs der Zukunft zu leisten.“
Der Prototyp erreicht mit fünf Batteriemodulen eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern und mit sieben Batteriemodulen bis zu 400 Kilometern. Darüber hinaus ist das Fahrzeug – sofern die entsprechende Infrastruktur verfügbar ist – für das Schnellladen mit einer Leistung von bis zu 350 kW ausgelegt.
Neben dem Fahrzeug spielt auch die Ladeinfrastruktur eine zentrale Rolle. Am Standort Bologna hat Gruber Logistics ein mobiles 44-kW-Ladegerät installiert, das für das nächtliche Laden zwischen zwei Einsätzen vorgesehen ist. Ergänzt wird dieses durch die bereits vorhandene öffentliche Ladeinfrastruktur im Interporto Bologna. Gemeinsam ermöglichen diese Lösungen den Projektpartnern, zu bewerten, wie sich schwere Elektrofahrzeuge zuverlässig in den täglichen Logistikbetrieb integrieren lassen, und liefern gleichzeitig wichtige Erkenntnisse für eine zukünftige großflächige Einführung.
Bologna als europäisches Labor für nachhaltige Logistik
Im Rahmen der Veranstaltung wurde außerdem die zunehmend zentrale Rolle Bolognas als europäisches Testfeld für nachhaltige Logistiklösungen hervorgehoben. Dies geschieht unter anderem durch weitere von der Europäischen Union finanzierte Forschungsprojekte, an denen Gruber Logistics beteiligt ist. Dazu gehört auch SHIFT2ZERO, eine Initiative im Rahmen von Horizon Europe, die ein innovatives Modell der urbanen Logistik erproben wird. Dieses basiert auf einem Umschlag-Hub in Bologna sowie dem Einsatz neuer elektrisch betriebener Kühlfahrzeuge für die emissionsfreie Zustellung auf der letzten Meile. Damit wird die Position Bolognas als europäischer Referenzstandort für emissionsfreie Logistik weiter gestärkt.
Zusammenarbeit als Schlüssel zur Transformation
Die Veranstaltung bot zudem Gelegenheit, die zentralen Herausforderungen für die flächendeckende Einführung eines emissionsfreien Güterverkehrs zu diskutieren. Dazu zählen insbesondere der Ausbau der Ladeinfrastruktur, die Weiterentwicklung des regulatorischen Rahmens sowie die Anpassung bestehender Logistikmodelle.
Durch die Beteiligung an führenden europäischen Forschungs- und Innovationsprojekten arbeitet Gruber Logistics weiterhin eng mit öffentlichen Institutionen, Industriepartnern und Forschungseinrichtungen zusammen, um technologische Innovationen in konkrete Lösungen zu überführen. Gleichzeitig trägt das Unternehmen dazu bei, Bologna als strategischen europäischen Knotenpunkt für die Zukunft eines nachhaltigen Güterverkehrs weiter zu stärken.





